Creative City Berlin

 

In unserem Blog stellen wir in loser Folge ausgewählte Förderprogramme, Finanzierungsformen, Workshops und andere Angebote vor, die wir für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Berlin und Brandenburg für besonders relevant halten. Außerdem informieren wir hier über Angebote unserer Kooperationspartner. Wir freuen uns über Kommentare, Erfahrungsberichte und weitere Vorschläge.

December 23, 2011 | No comments

Baukind: Originelle Kitaplätze – kindgerecht, kunterbunt und kinderleicht.

baukind-Logo

„In unseren Entwürfen vereinen wir Alltagstauglichkeit, die räumliche Umsetzung einer pädagogischen Idee und neue Lösungen der ästhetischen Formgebung in Verbindung mit den Vorschriften und Normen im Bereich Kitabau. (…) Kitas werden mit unserer Hilfe schneller, kostengünstiger, risikoloser und mit einem hohen Anspruch an kindgerechte Gestaltung umgebaut.“ (Nathalie Dziobek-Bepler und Lilia Kleemann, baukind)

 

baukind-Team

Kitaplätze werden vielerorts dringend benötigt. Doch der Weg zum Neu- oder Ausbau einer Kindertagesstätte ist hürdenreich und komplex, so dass viele Projekte begraben werden, bevor sie überhaupt richtig beginnen. Zu aufwändig ist die Koordination mit Gesundheits- und Veterinäramt, Sicherheitsbeauftragten und Baubehörde ...

Ein Kinderspiel ist es hingegen für das zweiköpfige Team von baukind. Unter diesem Namen bieten Nathalie Dziobek-Bepler und Lilia Kleemann, eine Architektin und eine Produktdesignerin einen Rundum-Service für alle, die eine Kita oder ihren Ausbau planen. Sie verhandeln mit Behörden, regeln die Anträge und Abnahmen, helfen bei Förder- und Kreditanträgen. Mit viel Erfahrung rund um den Kita(aus)bau begleiten sie den gesamten Prozess von der Wahl der richtigen Immobilie bis hin zum Einzug. Mit diesem ungewöhnlichen und dabei so einleuchtenden Unternehmenskonzept ist baukind von der Bundesregierung als Kultur- und Kreativpilot Deutschland 2011 ausgezeichnet worden.

baukind-Kita

Ihr Geschäftsmodell ist interdisziplinär und dadurch besonders effektiv: Architektur und Produktdesign gehen dabei Hand in Hand – vom ersten Zonierungsplan bis hin zum liebevollen Detail. Das jeweilige pädagogische Konzept wird dabei immer in die Gesamtgestaltung einbezogen. Der Raum selbst wird zum Erzieher und ein neues Bewusstsein für kindgerechte Gestaltung etabliert. Eine eigene Produktpalette mit Einrichtungs- und Spielgegenständen für Kitas soll zukünftig das Angebot von baukind ergänzen.

Die beiden kennen sich über ihre Söhne, die beide in die gleiche Kita gehen und befreundet sind. Als die Kita sich erweitern wollte, fragte sie die beiden Mütter an und so ging es los. Einen richtigen Geschäftsfahrplan hatten die beiden nicht, waren auch keine Firma und hatten keinen Namen. Für Nathalie, die mit ihrer Firma pingpongdesign bereits viel Innenausbau, vorwiegend Laden- und Büroausbauerfahrung hatte, war die Arbeit insofern neu, als dass sie sich mit einem Mal an den Bedürfnissen von Kindern, statt an denen von Büromanagern orientieren musste. Neu für beide war der ganze Aufwand ringsum: die Anträge, die Kommunikation mit den Ämtern etc. So war der Um- und Ausbau ihrer ersten Kita ein echtes Learning-on-the-job-Projekt, bei dem ihnen aber zu Gute kam, dass sie erstens selbst Mütter sind und einen sehr guten Draht zu den Erziehern der Kita hatten.

Als sie gerade fertig waren hörte Lilia von dem Wettbewerb für Kultur- und Kreativpiloten und überzeugte ihre Partnerin, daran teilzunehmen. Die Teilnahme wurde zum Anlass, endlich eine wirkliche Geschäftsidee zu entwickeln. „Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch nicht mal einen Namen“ erinnert sich Nathalie. Der Wettbewerb kam wirklich genau richtig. In seinem Verlauf fanden die beiden nicht nur den Namen, sondern entwickelten ihr ganzes Konzept: von der Website, zum Businessplan, etc.

baukind-Murmelbahn

Mittlerweile ist baukind als Firma gut etabliert – die Kommunikation mit den Ämtern ist routinierter, alles geht schneller und besser und gerade arbeiten die beiden an ihrer dritten Kita. Ein neues Projekt, eine große Kita für 60 Kinder (bisher meistens um die 20) wartet bereits in der Pipeline. Für solche großen Aufträge werden die beiden Freundinnen auf externe Hilfe zurückgreifen müssen, und freie Mitarbeiter beschäftigen. Im Moment sieht es so aus, dass auch die Produktdesignerin Lilia sich in architektonische Themen einarbeitet. Auf die lange Sicht soll die Arbeitsteilung aber klar getrennt sein, damit sich beide auf ihre Stärken konzentrieren können.

Perspektivisch wollen die beiden auch das Feld der Betriebskitas für sich erobern, denn hier gibt es viel Bedarf und ein größeres Budget. Wenn der Auftragsgeber allerdings mal nicht so gut bei Kasse ist, wissen die beiden Frauen von baukind mittlerweile genau, wo sie Förderung beantragen können. Manchmal gibt der Senat was dazu, manchmal eine Bank, wie z.B. die GLS-Bank. In jedem Fall nimmt baukind die Herausforderung gern an, auch mit einem kleineren Budget etwas Tolles und Schönes zu machen, in dem sich die Kinder wohlfühlen.

Hiervon leitet sich auch ein weiterer Zukunftstraum ab, den die beiden hegen: und zwar wollen sie in Zukunft die Kinder schon in der Anfangsphase mit in das Projekt einbeziehen und das Design gemeinsam mit ihnen entwickeln. 

 

Mehr Infos zu baukind gibt es hier.

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