April 16, 2010 | No comments

Nocturnes - Geschichten vom Meer von Cécile Wajsbrot, Fotos: Kerstin Koletzki, Verlag: liebeskind

Die Stimme des Schweigens / Du silence a la voix im Werk von Cécile Wajsbrot (v. R. Böhm und M. Zimmermann). In Deutschland ist beim Münchener Verlag liebeskind jüngst ein Buch erschienen: Ihr Erzählband Nocturnes. Vier nachdenklich-nachtdunkle, zugleich jedoch wie die Nocturnes in der Musik schwebende Erzählungen von Männern und Frauen, die Schiffbruch erleiden. Der Text wird begleitet von acht ebenso suggestiven wie melancholischen Rügen-Bildern der Berliner Fotografin Kerstin Koletzki.

Kurzbeschreibung

Geschichten über Menschen, die Schiffbruch erleiden und die Hoffnung verlieren. Über Menschen, die Abschied nehmen müssen, um weiterleben zu können. In Cécile Wajsbrots »Nocturnes« erklingt eine dunkle Melodie, so schön und unergründlich wie das Meer selbst.

Ein Kontrabassist überlebt ein Fährunglück, als Einziger der Schiffskapelle. Ein Leuchtturmwächter muss hilflos zusehen, wie ein Zweimaster in Seenot gerät. Ein Polizeibeamter verhört einen Mann, dessen Bruder bei einem Segelausflug ums Leben kam. Eine Flaschenpost, die an einen Schiffbrüchigen erinnern soll, wird an Land gespült ... In vier berührenden Erzählungen spürt Cécile Wajsbrot den Dramen nach, die sich im Angesicht des Meeres abspielen. In leisen Zwischentönen wird das seelische Leid der Menschen greifbar und die zaghafte Frage nach dem Weiterleben aufgeworfen. Und zugleich enthüllt sich im Bild des Schiffbruchs eine feinsinnige und kluge Metapher für das Leben selbst, für die Fragilität unserer Existenz vor den Unwägbarkeiten des Schicksals.

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