morethanshelters

Berlin's Best Nr. 19:  
 

Daniel Kerber in Za'atari, Jordanien. Foto © morethanshelters 


Wir gratulieren, wir empfehlen, wir zeichnen aus: diesmal morethanshelters

Berlin’s Best ist eine Initiative von KREATIV KULTUR BERLIN, dem Beratungszentrum für Kulturförderung und die Kreativwirtschaft in Berlin. Berlin’s Best ist ein Siegel, das regelmäßig an kreative Akteure, innovative Projekte, Netzwerke und zentrale Orte der Kultur und Kreativwirtschaft in Berlin vergeben wird. (weitere Infos). 


Was ist und was macht morethanshelters?

Architektonische Designkonzepte für die humanitäre Soforthilfe – darum geht es bei morethanshelters, einem Sozialunternehmen aus Hamburg und Berlin, das 2012 von Social Designer Daniel Kerber gegründet wurde. „Unser Ziel ist es, architektonische Designkonzepte in und für Krisenregionen zu entwickeln, die an die lokalen Bedingungen und Bedürfnisse der Menschen angepasst sind“, sagt Kerber. Der 48-Jährige setzte zuvor zahlreiche Kunstprojekte um und war immer wieder auf Recherchereisen im Rahmen seiner Kunstprojekte, da wurde ihm die Problematik uniformierter Zelte in Flüchtlingslagern bewusst: „Diese Unterkünfte lassen für Geflüchtete kaum Raum und die Möglichkeit individueller Lebensgestaltung“. Hier setzt morethanshelters an. Zu den bekanntesten Projekten gehören die Domo-Module, flexible, modulare Zeltsysteme mit Bodenfolie, Tragwerk und wasserdichter Plane, die sich schnell an klimatische Bedingungen und kulturelle Bedürfnisse anpassen lassen. Die Zelte kamen unter anderem in Jordanien und Syrien zum Einsatz, aber auch in Berlin hat morethanshelters schon gearbeitet – im Auftrag des Senats konzipierte Kerber 2015 am Tempelhofer Feld eine Masterplanung für die Unterbringung von Geflüchteten. 

Warum zeichnen wir morethanshelters aus?

Wir zeichnen morethanshelters aus, weil es als erstes Sozialunternehmen im Bereich Social Design Aspekte der humanitären Soforthilfe global denkt und mit  architektonischen Designkonzeptionen vor Ort zusammenführt. Ende 2016 verließen 65,6 Millionen Menschen ihre Heimat aufgrund von Krieg, Gewalt und Verfolgung. Noch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht. Hier setzt die Arbeit von morethanshelters an. Daniel Kerner sagt das so: „Ich durfte im Flüchtlingslager in Jordanien hautnah erleben, wie Menschen in der größten Not bei alledem nicht aufgeben, wie sie anpacken, Gemeinschaft entwickeln, improvisieren, arbeiten und zusammenhalten. Es waren mehr als 100.000 Menschen in Zelten und Hütten in der Wüste, die versucht haben, aktiv ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen“.  Das Team um Daniel Kerber setzt an dieser Stelle an und macht Social Design zur Strategie. Der Begriff Social Design wurde erstmals im Zuge der ersten Ölpreiskrise 1973 populär. Er war und ist immer schon Ausdruck der Krise, wie die Historikerin Claudia Banz in ihrem Buch „Social Design“ prognostiziert. morethanshelters sucht nach Lösungen aus der Krise und passt Konzepte an die jeweiligen Bedingungen und Bedürfnisse des Menschen vor Ort an: „Wir haben häufig gemerkt, dass die herkömmlichen, in Massenfertigung produzierten Unterkünfte für Flüchtlinge kaum Flexibilität zulassen, um auf die Gegebenheiten vor Ort zu reagieren. Hier setzten wir an. Gemeinsam mit den Betroffenen schaffen wir durch einen Gestaltungsprozess Veränderungen ihrer Lebenssituation“. 


Ihr wollt mehr über morethanshelters erfahren? Ein Interview zum ersten Crowdfunding anlässlich der Domo-Module gibt's im CCB Magazin [hier]

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