"Neue Auftraggeber"

Berlin's Best Nr. 22:  
 

Das Team der "Gesellschaft der Neuen Auftraggeber“ vor ihrer Geschäftsstelle in Berlin. Foto © Sebastian Spiewok

Wir gratulieren, wir empfehlen, wir zeichnen aus: diesmal "NEUE AUFTRAGGEBER"

Berlin’s Best ist eine Initiative von KREATIV KULTUR BERLIN, dem Beratungszentrum für Kulturförderung und die Kreativwirtschaft in Berlin. Berlin’s Best ist ein Siegel, das regelmäßig an kreative Akteure, innovative Projekte, Netzwerke und zentrale Orte der Kultur und Kreativwirtschaft in Berlin vergeben wird. (weitere Infos). 


Wer und was sind die „Neuen Auftraggeber“?

Die „Gesellschaft der Neuen Auftraggeber“ ist eine gemeinnützige Organisation, die es Bürgern ermöglicht, Künstlerinnen und Künstler zu beauftragen, um über Kunstwerke ein Problem vor Ort anzugehen. Es geht um folgende Fragen: Was soll sich vor meiner Haustür verändern? Wo werden meine Wünsche nicht gehört? Was fehlt in unserem Lebensumfeld? Wovor verschließen wir die Augen? Und wie finden wir als Gemeinschaft zusammen? Mediatorinnen und Mediatoren arbeiten als Vermittler vor Ort, um die Anliegen der Bürger aufzugreifen. Für den „Auftrag“ suchen die Mediatoren dann die passende Künstlerin oder einen Künstler, mit denen die Bürger dann unmittelbar zusammenarbeiten. Die Bürger entscheiden aber selbst, mit welchem Künstler oder welcher Künstlerin sie was planen. Aus dem direkten Dialog aus der Idee heraus entsteht ein letztlich Kunstwerk, das für die Menschen eine Bedeutung hat – und das ein Problem vor Ort löst.  

Unsere Arbeit setzt bei der Frage an, warum in der heutigen Zeit noch immer nur sehr wenigen Menschen das Privileg zukommt, Auftraggeber von neuer Kunst und Kultur zu sein. Es gibt bislang keine Struktur, die es potenziell jedem erlaubt, als Auftraggeber eine aktive und verantwortliche Rolle in der Kulturproduktion zu übernehmen

Warum zeichnen wir die „Neuen Auftraggeber“ aus?

Wir zeichnen die „Neuen Auftraggeber“ aus, weil sie gleich zwei zeitgenössische Probleme angehen: Auf der einen Seite wird Kunst zur Direkterfahrung und bringt die Menschen vor Ort zusammen. Seit Jahren nimmt die Institutionenanbindung ab, Parteien verlieren an Mitgliedern, das Vertrauen in die Politik schwindet, zugleich nimmt der Wunsch zu, Dinge selbst mitgestalten zu können. Auf der anderen Seite lösen die „Neuen Auftraggeber“ Kunst aus ihrer institutionellen Umklammerung von Förderstrukturen: Künstler arbeiten mit der lokalen Bevölkerung zusammen und werden dafür bezahlt, Mitgestaltung und Mitbestimmung wird über Kunst und Kulturproduktion möglich – egal ob Obdachlose sich ideale Unterkünfte vor Ort erträumen oder hundert Schüler vor ihrer Schule einen Strand anlegen wollen. Tausende Bürger haben so bereits unübersehbare Zeichen gesetzt und sich und ihrer Gemeinschaft eine Stimme gegeben. Rund 500 Projekte haben die Auftraggeber bereits realisiert, seit über 30 Jahren sind sie über den ganzen Globus verteilt am Werk. Das verdient eine Auszeichnung: #berlinsbest 


Ihr wollt mehr über die Neuen Auftraggeber und ihre Arbeit erfahren? Dann lest das Interview im CCB Magazin [hier]

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