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Giulia Filippi: "Weckt mich auf, wenn Berlin endet!"

Giulia Filippi: "Weckt mich auf, wenn Berlin endet!"
Foto: © Giulia Filippi

Es ist wieder Montag und wir präsentieren einen Kopf dieser Stadt. Diesmal mit Teil 5 von "Profil der Woche", diesmal mit Giulia Filippi, italienische Künstlerin aus Berlin


CCB Magazin: Hallo Giulia, leg mal los: Wer bist du und was machst du?

Giulia Filippi: Hallo, ich bin Giulia Filippi, 25 Jahre alt und eine italienische Künstlerin. Ich lebe seit drei Jahren in Berlin und arbeite als Illustratorin, Model und freiberufliche Fotografin. Zuvor habe ich mein Diplom für Illustrationen und Animation am europäischen Institut für Design in Mailand absolviert. Ich arbeite viel von zu Hause aus, so kann ich mir meine Zeit selbst einteilen, ohne dass mir irgendjemand in meine Arbeit reinredet. So zu arbeiten, das war schon immer mein Traum.

CCB Magazin: Wie bist du zu deiner Arbeit gekommen?

Giulia Filippi: Jahrelang habe ich zahlreiche unterbezahlte Jobs gemacht, viele Erfahrungen in Modeagenturen und Kunstgalerien in Italien und Berlin gesammelt, da habe ich bemerkt, dass ich so nicht arbeiten will. Darum habe ich mir einen Gewerbeschein besorgt und mich auf selbstständiger Basis "an die Arbeit gemacht". Ich habe mich initiativ beworben, meine Lebensläufe verschickt und mich auf viele Anzeigen beworben und hier bin ich! 

CCB Magazin: Was möchtest du mit deiner Kunst erreichen?

Giulia Filippi: Ich will versuchen, die Gesellschaft in irgendeiner Weise positiv zu beeinflussen. Mein Ziel ist es, die Leute zu erreichen, sie zu vereinen, damit sie sich ihren Nächsten hilfsbereiter zeigen - ohne Rassismus und Vorurteile. So habe ich zum Beispiel Installationen entworfen, die derzeit im Museum Europäischer Kulturen ausgestellt sind. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut Berlin und dem Verein "Netz Frauen Berlin" entstanden, von dem ich Teil bin. Ich denke, das ist die schönste Arbeit, die ich bislang realisieren konnte! Es ist wie die Arbeit mit zwei Herzen, die sich begegnen und die mit vielen roten Fäden verbunden sind. Diese Arbeit ist in Berlin entstanden und soll das Wunderbare in dieser Stadt widerspiegeln. Die Arbeit ist wie eine Wiege des Friedens, in der alle Kulturen in Harmonie zusammenleben können.

"Diese Arbeit ist wie eine Wiege des Friedens, in der alle Kulturen in Harmonie zusammenleben können." Ausstellung  "Frauen Netz Berlin", © Guilia Filippi.

CCB Magazin: Du kommst aus Italien und bist seit drei Jahren in Berlin: Was bedeutet die Stadt für dich?

Giulia Filippi: Berlin ist mein Paradies. Die Stadt hat mich so aufgenommen, wie ich bin, mit offenen Armen, und daher wollte ich diese Stadt auch in meine Arbeit integrieren. Ich würde mich freuen, wenn jede Stadt so wäre! Berlin hat mir gezeigt, was ich im Leben wirklich will. Hier kann ich endlich das tun, was ich möchte. Ich bin so dankbar! Ich hatte hier die Möglichkeit, Ausstellungen zu organisieren, in verschiedenen Bereichen der Kunst zu arbeiten und verdammt viele Menschen kennenzulernen. Berlin ist einfach eine offene Stadt, multikulturell, die Kunst ist in dieser Stadt überall präsent. Berlin ist eine Stadt, die immer lebendig ist, die in mir Muse hervorruft und Kreativität stimuliert.

Berlin ist mein Paradies. Die Stadt hat mich so aufgenommen, wie ich bin

CCB Magazin: Berlin verändert sich, die Mieten steigen, die Freiräume werden weniger. Wenn du einen Wunsch hättest: Wie sollte Berlin in Zukunft gestaltet werden?

Giulia Filippi: Ich sage immer: „Weckt mich auf, wenn Berlin endet / wake me up when Berlin ends". Oder um es mit den Worten von Green Day zu sagen: Ich möchte, dass Berlin so bleibt, wie es ist. Berlin ist eine Quelle der Energie und Vitalität für alle Künstler, eine Stadt, in der trotz zunehmender Konkurrenz ein fulminantes Netzwerk für Künstler und Kulturschaffende besteht. Das Schöne an Berlin sind einfach die unbegrenzten Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den verschiedensten Künstlern aus verschiedensten Kunstarten - von der Bildenden Kunst über Film bis hin zu Musik. Und ich glaube denen nicht, die immer sagen, dass sie hier keine Arbeit finden. In Berlin gibt es Arbeit, und wie! Man muss sie nur suchen.

CCB Magazin: Giulia, was planst du in der Zukunft?

Giulia Filippi: Ich möchte einfach so weiter machen. Ich will mich professionalisieren und meine Kontakte erweitern. Ich bin sehr neugierig. Ich habe viele Leidenschaften. Aktuell besuche ich zum Beispiel einen Fotografiekurs und arbeite an einer Zusammenarbeit mit einer Zeitung. Ich liebe diese  "mixed media" - Fotografie gemischt mit Grafiken, Malerei und anderen Disziplinen. In Zukunft kann ich mir vorstellen, Videoarbeit zu studieren und die Arbeit mit Grafiken zu vertiefen. Was ich kann, ist einfach multitasking!

CCB Magazin: Giulia, vielen Dank für dieses Gespräch und meld' dich mal!


Profil von Giulia Filippi auf Creative City Berlin 

Portfolios von Giulia Filippi auf Creative City Berlin

 

Rubrik: Im Profil

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