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Carola Rümper: "Es gibt kein vorne und hinten, kein oben und unten"

Carola Rümper: "Es gibt kein vorne und hinten, kein oben und unten"
Foto: © Carola Rümper

Kennt ihr die RÜMPERIENS? Carola Rümper ist bildende Künstlerin aus Berlin und erforscht die RÜMPERIENS seit Jahren. Im Profil der Woche (Teil 7) spricht sie über diese doch etwas einzigartige Lebensform und andere Kuriositäten. 


CCB Magazin: Hallo Carola, erzähl mal: Was machst du?

Carola Rümper : Hallo, ich bin Carola Rümper, bildende Künstlerin und erforsche und dokumentiere die RÜMPERIENS. Die RÜMPERIENS sind eine Lebensform, die ich vor vielen Jahren in der norddeutschen Tiefebene, im Land Wursten, entdeckt habe. Die RÜMPERIENS gibt es aber auch in Berlin, vor allem im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Im Jahr 2013 beteiligte sich die Bevölkerung von Marzahn massiv an der Suche der RÜMPERIENS.

CCB Magazin:Klär uns auf: Was ist das?

Carola Rümper :Bei den RÜMPERIENS handelt es sich um speziell geformte Wesen, meist geprägt durch einen Corpus mit unterschiedlichen Tentakeln. Besonders auffallendes Merkmal ist die schwarze Außenhaut. Es gibt kein vorne und hinten, kein oben und unten. Die Fortbewegung findet in schnellen, wendigen Bewegungen zu allen Seiten statt. Insgesamt wurden bisher weltweit 162.341 Exemplare gezählt. In Marzahn-Hellersdorf wurden mehrere Orte markiert, an denen einzelne Exemplare durch die Population gesichtet wurden. Wie sich ein RÜMPERIEN bei Störung und Gefahr verhält, muss allerdings noch ermittelt werden, bisher gibt es keine Berichte über Angriffe auf andere Lebewesen. Ob die RÜMPERIENS natürliche Feinde haben und über ein Verteidigungssystem verfügen, um sich gegen Gegner zu wehren, ist bislang unbekannt. Die RÜMPERIENS sind sehr scheu und zeigen sich den Menschen nur selten. Ihre natürliche Neugierde lässt sie jedoch immer wieder in menschliche Wohneinheiten eindringen.

"Ruemperien #66.020", © Carola Rümper.

CCB Magazin:Wie kam es dazu, dass du dich mit den RÜMPERIENS beschäftigst?

Carola Rümper :Da ich in der norddeutschen Tiefebene im Land Wursten aufgewachsen bin, sind mir die RÜMPERIENS seit frühester Kindheit bekannt. Schon sehr früh musste ich feststellen, dass nur wenige diese einzigartige Lebensform kennen. Darum habe ich angefangen, sie den Menschen vorzustellen. Im Laufe der Jahre habe ich viele Informationen zu den RÜMPERIENS sammeln können, sodass ich mittlerweile weltweit eine der wenigen Experten auf diesem Forschungsgebiet  bin. Mein Ziel ist es, durch die Präsentation und Erforschung der RÜMPERIENS auf die bisher doch recht unbekannte Erscheinungsform weiter aufmerksam zu machen. 

CCB Magazin:Was bedeutet Berlin für dich für deine Erforschung?

Carola Rümper :Berlin ist die einzige Stadt in Deutschland, in der man sich der Dokumentation und  Erforschung der RÜMPERIENS widmen kann, ohne dabei schräg angesehen zu werden. Jede und jeder nimmt dich trotz dieses etwas sonderbaren Arbeitsschwerpunktes ernst. Ist das nicht toll? 

Berlin ist die einzige Stadt, in der man sich der Erforschung der RÜMPERIENS widmen kann, ohne dabei schräg angesehen zu werden

CCB Magazin:Wenn du einen Wunsch hättest: Wie sollte Berlin in Zukunft gestaltet werden, damit die RÜMPERIENS eine Überlebenschance haben?

Carola Rümper :Kreative Freiräume müssen beibehalten werden, auch für die RÜMPERIENS. Berlin ist eine Stadt, in der nicht nur der Konsum den Lauf der Dinge bestimmt. Das macht die Stadt einmalig. Der lässige Umgang der Menschen in Berlin mit allem Möglichen und Unmöglichen muss unbedingt beibehalten, gestaltet und politisch unterstützt werden. 

CCB Magazin:Was planst du in der Zukunft?

Carola Rümper :In der nahen Zukunft werde ich mich dem interdisziplinären Projekt „Die Ansiedlung der RÜMPERIENS im Wuhletal“ widmen und mit der Ausarbeitung beginnen. Als Fernziel ist der Aufbau eines Museums für die RÜMPERIENS angedacht. Hierfür muss als erstes ein geeigneter Standort gefunden werden. Gerne nehme ich Vorschläge entgegen.


Profil von Carola Rümper auf Creative City Berlin

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