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Erotik der Dinge. Sammlungen zur Geschichte der Sexualität

Erotik der Dinge. Sammlungen zur Geschichte der Sexualität

3. Mai 2018 19:00 - 1. Oktober 2018 22:00

Kontaktdaten

Veranstaltungsort
Adresse
Oranienstraße 25
10999 Berlin
Deutschland

Beschreibung

Erotik der Dinge widmet sich ganz unterschiedlichen erotischen Beziehungen, die Menschen mit Dingen eingehen können. Bestimmte Gegenstände wecken Lust und Begehren, provozieren erotische Phantasien und werden zu Werkzeugen der eigenen Lust. Was macht Dinge erotisch? Ist es die explizite Darstellung von nackten Körpern und sexuellen Praktiken? Oder die implizite Anspielung und Anmutung, die sich aus Form, Farbe und Materialität der Dinge ergibt? Die Gestaltung von Alltagsobjekten greift oft – bewusst oder unbewusst – auf primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale zurück. Häufig werden Dinge jedoch auch erst nachträglich erotisiert und waren nie für einen erotischen Gebrauch bestimmt. Die Unterscheidung zwischen Erotik, Kunst und Pornografie war stets im Wandel und hatte entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung und Einordnung sexuell aufgeladener Dinge. Das zeigen auch die künstlerischen Arbeiten von Stephanie Sarley und Marc Martin.

Ausgangspunkt sind die Sammlungen der Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld (1868-1935) und Alfred C. Kinsey (1894-1956) sowie der Kunstsammlerin Naomi Wilzig (1934-2015). Sie alle verstanden erotische Dinge als Zeugnisse einer universalen Sexualgeschichte des Menschen. Für Hirschfeld und Kinsey war das Sammeln und Klassifizieren von Objekten ein zentraler Aspekt ihrer wissenschaftlichen Beschäftigung mit Sexualität. Naomi Wilzig sammelte themenbezogen und verstand ihre Sammlung als Beitrag zur sexuellen Aufklärung und Liberalisierung. Hirschfeld pathologisierte die Erotisierung von Dingen nicht, sondern sprach freundlich von „Liebesmitteln“. Heutzutage produziert eine ganze Industrie Objekte, die euphemistisch als Spielzeug benannt werden. In der Ausstellung wird aus den Sammlungen eine Auswahl von Alltagsgegenständen nach formalen und inhaltlichen Gesichtspunkten neu angeordnet: Liebesmittel, Werkzeuge der Lust, Körperformen, Fetische, Bildträger sind die Leitbegriffe. Dabei werden die vorgefundenen Objekttypen mit weiteren Leihgaben und museumseigenen Exponaten ergänzt.

Die Ausstellung thematisiert die Erotisierung von Dingen als kulturelle Praxis und versucht zu ergründen, was ihre erotische Qualität ausmacht. Die Form der Dinge, deren Körperähnlichkeit und die Phantasie, sie zu berühren, tragen entscheidend zur erotischen Wirkung von Dingen bei. Die nicht nur taktilen Eigenschaften bestimmter Materialarten wie Leder, Seide, Fell, Lack, Latex, Nylon und Metall üben oft eine besondere Anziehungskraft aus. Fragen zur Erotik im Material wird in einem Gemeinschaftsprojekt der weißensee kunsthochschule berlin und der Stiftung Bauhaus Dessau nachgegangen: dem interaktiven »sensing materials lab«, welches über die Ausstellungszeit wächst.

Event Zeiten

Wann
3. Mai 2018 19:00 - 1. Oktober 2018 22:00

Eintritt und Öffnungszeiten

Eintrittskosten
6€ (4€ red.)
Montag -Sonntag
12:00 - 19:00

Veranstalter

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Kategorien

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Design
Fotografie
Sonstiges
Stichworte
Ausstellung, Berlin, Design, Eröffnung, Gender, erotica, opening, sexuality
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