Coronahilfen

Was musst du alles wissen? 

An dieser Stelle beantworten wir dir wichtigsten Fragen zu den Corona-Soforthilfen II und IV und zur Corona-Überbrückungshilfe - schnell, einfach, unbürokratisch. Die FAQs werden fortlaufend aktualisiert. Sobald uns neue Fragen bzw. Problemstellungen bekannt werden, nehmen wir sie in den Fragekatalog mit auf. Wir weisen darauf hin, dass alle Angaben rechtlich unverbindlich sind.

Kennst du schon unseren Überblick über sonstige Soforthilfen, den Umgang mit Fördermitteln und Rechtsfragen? Den bieten wir dir hier

Die Corona-Überbrückungshilfe kann vom 10. Juli bis zum 31. August beantragt werden. Die Anträge für das Soforthilfeprogramm II (Soforthilfe Corona) waren bis zum 31. Mai 2020, 23:59 Uhr verfügbar. Das Soforthilfeprogramm IV wurde am 15. Mai 2020, 18:00 Uhr eingestellt.

Anträge für Corona-Soforthilfe können in Berlin bei der IBB gestellt werden. Eine 
Übersicht über alle vergangenen sowie noch laufenden Corona-Hilfsprogramme findet ihr hier.

 

Coronahilfen für Start-ups

  • Was ist die Coronahilfe für Start-Ups?
    • Mit der Coronahilfe für Start-Ups unterstützt das Land Berlin junge Unternehmen während der Coronakrise. Insgesamt 140 Mio. Euro stehen für das Programm zur Verfügung; 100 Mio. Euro stammen aus Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und 40 Mio. Euro aus Mitteln der Investitionsbank Berlin (IBB). 

  • Für wen ist das Programm?
    • Antragsberechtigt sind Start-ups und kleine mittelständische Unternehmen in Berlin, die vor dem 11.03.2020 gegründet wurden und sich vor dem 31.12.2019 in keiner finanziellen Notlage befanden. Die Unternehmen dürfen zudem nicht älter als sieben Jahre sein. 

  • Wie funktioniert das Programm?
    • Das Programm zahlt jungen Unternehmen bis zu 800.000 Euro Liquiditätshilfen aus. 70 Prozent des Risikos über nimmt der Bund, Berlin trägt 30 Prozent des Risikos. Das Programm bietet verschiedene Finanzierungswege: Die Hilfen können über die IBB Beteiligungsgesellschaft mbH oder über private Risikokapitalgeber (Intermediäre) beantragt werden. Bei beiden Varianten erfolgt die Vergabe offener Beteiligungen, stiller Beteiligungen und Wandeldarlehen, bei denen anfängliche Darlehen erst später in eine Beteiligung umgewandelt werden können. So hat das Startup die Wahl: Das Darlehen kann innerhalb von zwei Jahren zurückgezahlt oder in eine längerfristige Finanzierungspartnerschaft übertragen werden. Die Mittel können zur Stützung bereits bestehender oder neuer Beteiligungen eingesetzt werden. Die Intermediäre erhalten die Refinanzierungsmittel von der IBB zinslos über einen Zeitraum von 10 Jahren. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind ab Mitte August geplant. 

 


 

Corona-Überbrückungshilfe

  • Was für ein Programm ist die Überbrückungshilfe?
    • Die Überbrückungshilfe ist ein Zuschussprogramm von Bund und Ländern mit einem Gesamtvolumen von 25 Mrd. Euro. Das Programm richtet sich an Unternehmen aller Branchen und hilft, coronabedingte Umsatzeinbrüche abzumildern. Die Antragstellung läuft vom 10. Juli bis 30. September 2020.

  • Wer ist antragsberechtigt?
    • Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbstständige, Selbstständige der Freien Berufe im Haupterwerb sowie gemeinnützige Organisationen, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind. Zudem setzt das Programm einen Umsatzeinbruch in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres voraus. Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. Juni 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, werden die Umsatzeinbrüche mit den Monaten Dezember 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich herangezogen.

  • Wer ist nicht antragsberechtigt?
    • Nicht antragsberechtigt ist, wer

      • nicht bei einem deutschen Finanzamt gemeldet ist.
      • keine inländische Betriebsstätte hat.
      • sich zum 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden hat.
      • nach dem 31.10.2019 gegründet wurde.
      • ein öffentliches Unternehmen ist.
      • Zugang zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds hat.
      • Freiberufler im Nebenerwerb ist.
      • einen Jahresumsatz von mind. 750 Mio. Euro hat.

  • Wie hoch ist der Zuschuss der Überbrückungshilfe?
    • Die Überbrückungshilfe kann für max. drei Monate (Juni, Juli, August) ausgezahlt werden. Die genaue Fördersumme wird mit Hilfe der Umsatzeinbrüche der Monate April, Mai 2019 wie folgt berechnet:

      • Bei Umsatzeinbruch bis zu 70 Prozent: Erstattung von 80 Prozent der förderfähigen Fixkosten.
      • Bei Umsatzeinbruch zwischen 70 und 50 Prozent: Erstattung von 50 Prozent der förderfähigen Fixkosten
      • Bei Umsatzeinbrüchen zwischen 40 und 50 Prozent: Erstattung von 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten.

      Die Berechnung erfolgt für jeden Monat einzeln. Pro Monat beträgt die maximale Fördersumme für Unternehmen 50.000 Euro, 3.000 Euro für Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten und 5.000 Euro für Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten.

  • Welche Kosten sind förderfähig?
    • Zu den förderfähigen Kosten zählen unter anderem:

      1. Gewerbliche Mieten und Pachten sowie häusliche Arbeitsräume, wenn diese bereits 2019 steuerlich abgesetzt wurden.
      2. Betriebliche Mietkosten für Fahrzeuge und Maschinen
      3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen (keine Tilgungsraten)
      4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
      5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten und geleasten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
      6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
      7. Grundsteuern
      8. Betriebliche Lizenzgebühren
      9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
      10. Kosten für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen.
      11. Kosten für Auszubildende
      12. Personalaufwendungen [Hinweis: Personalaufwendungen werden pauschal mit 10 Prozent der Fixkosten der Nummer 1 bis 10 dieser Tabelle berücksichtigt]
      13. Zurückgezahlte bzw. ausgebliebene Provisionen für Reisebüros oder Margen für Reiseveranstalter für Pauschalreisen, die
      • vor dem 18. März 2020 gebucht,
      • seit dem 18. März 2020 im Zusammenhang mit Corona-bedingten Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes bzw. innerdeutschen Reiseverboten oder temporären Grenzschließungen storniert (Rücktritt vom Reisevertrag) und
      • die bis zum 31. August 2020 von den Reisenden angetreten worden wären.

  • Sind private Lebenshaltungskosten förderfähig?
    • Nein, private Kosten wie Miete, Krankenversicherung oder Unternehmerlohn sind nicht förderfähig. Für diese Kosten gibt es bis zum 30. September 2020 einen vereinfachten Zugang zur Grundsicherung.

  • Wie funktioniert das Antragsverfahren?
    • Der Antrag wird mit Hilfe eines Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers oder zugelassenen Buchprüfers gestellt. Dieser kalkuliert den Umsatzeinbruch vor der Antragstellung und nimmt im Nachgang eine Schlussabrechnung der tatsächlichen Umsatzeinbrüche vor.

  • Gibt es eine Antragsfrist?
    • Die Antragsfrist endet am 31. August 2020 und die Auszahlungsfrist am 30. November 2020. Der Antrag kann nur einmalig gestellt werden. Eine rückwirkende Antragstellung für die Monate Juni, Juli und August ist möglich, jedoch spätestens bis zum 30. September 2020.

 


 

Soforthilfe Corona (früher Soforthilfe II genannt)

  • Wo findest du eine Übersicht die sowohl Informationen zum Landeszuschuss als auch zu den Bundesmitteln enthält?
    • Vom 27.03. bis 01.04.2020 (12 Uhr)  konnte man über das Soforthilfeprogramm II einen Antrag auf den Landeszuschuss (in Höhe von pauschal 5.000 EUR) sowie auf den Betriebskostenzuschuss aus Bundesmitteln stellen. Seit 06.04.2020 konnten über das Soforthilfeprogramm II lediglich die Bundesmittel beantragt werden.

      Einen Überblick über beide Zuschüsse  mit Informationen zu Antragsberechtigung, Antragszeitraum, Antragshöhe und Verwendungsmöglichkeiten der einzelnen Zuschüsse findest du hier.

  • Welche Angaben wurden für die Antragstellung benötigt?
    • Für Unternehmen: Allgemeine Unternehmensdaten: Rechtsform*, Name*, Gründungsdatum*, Website, Registernummer (z.B. Handelsregisternummer), Branche*, Unternehmensanschrift*, Anzahl der Beschäftigten* (Vollzeitäquivalente, exkl. Azubis und 450€-Mitarbeiter)  

      Für Soloselbständige und Freiberufler: Angaben zum Inhaber/gesetzlichen Vertreter: Name*, Kontakt* (Telefon und E-Mail), Steuer-ID*, Personalausweis oder Reisepass* (die letzten fünf Ziffern der Ausweisnummer) 

      Bankverbindung des Unternehmens bzw. der/ des Selbständigen: Kontoinhaber*, Internationale Bankkontonummer (IBAN)* Hier muss ein deutsches Konto angegeben werden!

      * Diese Angaben sind zwingend notwendig.

  • Wer war antragsberechtigt?
    • Im Antrag ist allgemein von Soloselbstständigen und Freiberuflern die Rede. Dazu gehören aber auch Schauspielerinnen, Tänzer, Künstlerinnen, Musiker, Performer, Museumsführerinnen und alle, die mit Kunst und Kultur ihren Lebensunterhalt verdienen. Ihr seid also ausdrücklich antragsberechtigt! Und auch Klein- und Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten bzw. bis zu fünf Beschäftigten (siehe unter „Wie viel Geld bekommst du?“) können einen Antrag stellen.

      Wichtig: Der Firmensitz bzw. die Selbstständigkeit müssen in Berlin gemeldet sein. Die Staatsbürgerschaft ist für den Antrag jedoch irrelevant. 

  • Wer wird als Angestellte bzw. Beschäftigter gezählt?
    • Stichtag für die Berechnung der Mitarbeiterzahl ist der 31.12.2019. Wurde das Unternehmen nach dem 31.12.2019 gegründet, gilt der 11.03.2020 als Stichtag.

      Teilzeitkräfte kann man in Vollzeitkräfte (Vollzeitäquivalente) umrechnen. Auszubildende und Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis dürfen ebenfalls mit einberechnet werden. Weitere Informationen zur Berechnung der Vollzeitäquivalente findest du hier unter dem Punkt "Was bedeuten "Beschäftigte in Vollzeitäquivalent"?

      Auch Honorarkräfte zählen nicht als angestellt beschäftigt.

  • Wofür ist das Geld bestimmt?
    • Hier musst Du Dir zuerst die Frage beantworten: Hast Du den Corona-Zuschuss aus Landes- oder Bundesmitteln beantragt oder hast Du evtl. sogar beide Zuschüsse erhalten?

      Der Corona-Zuschuss, welcher im Rahmen der Landesmittel ausgezahlt wurde ist verwendbar für persönliche Lebenshaltungskosten, Unternehmerlohn sowie für laufende Sach- und Finanzaufwendungen.

      Der Corona-Zuschuss, welcher im Rahmen der Bundesmittel ausgezahlt wurde, ist verwendbar für laufende Betriebskosten und erwerbsmäßige Sach- und Finanzaufwendungen wie z.B.:

      - gewerbliche Mieten
      - Leasingaufwendungen
      - geschäftliche Telekommunikationskosten
      - laufende Kosten/Gebühren für Provider, Domaine(s), Webspaces etc. sowie Wartungskosten
      Personalkosten für Beschäftigte, sofern diese nicht über das Kurzarbeitergeld gedeckt sind (diese Kosten können seit dem 20.4.2020 nicht mehr aus den Bundesmitteln finanziert und somit auch nicht mehr abgerechnet werden).
      - usw.

      Gehälter von Geschäftsführern, Privatentnahmen bzw. die Kompensation von Umsatz- und Honorarausfällen für persönliche Lebenshaltungskosten, Krankenkassenbeiträge etc. fallen nicht darunter. Dafür eröffnet das am 27.03.2020 beschlossene "Sozialschutz-Paket" den Zugang zur Grundsicherung für ein halbes Jahr zu wesentlich erleichterten Bedingungen.

  • Wie belegst du deine Corona-bedingte, existenzbedrohende Wirtschaftslage? Musst du Belege sammeln und diese einreichen?
    • Im Antrag für die Soforthilfe erklärst du deine wirtschaftliche Notlage und versicherst an Eides statt, alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen wahrheitsgetreu gemacht zu haben. Belege oder Unterlagen musst du nicht einreichen. Wie gesagt, wir stecken alle in der Krise, Ehrlichkeit stärkt die Solidarität. Wie oben bereits erwähnt, kann nachträglich geprüft werden. Du solltest dementsprechend in der Lage sein, deinen existenzbedrohlichen Notstand nachträglich glaubhaft machen zu können. Es ist daher ratsam, entsprechende Belege für einen späteren Nachweis aufzuheben (wie z.B. Vertragskündigungen, Email-Kommunikation bzgl. abgesagter Auftritte oder behördliche Anordnungen etc.).

  • Musst du auf die Soforthilfe Steuern zahlen?
    • Der Corona-Zuschuss (Soforthilfe II) aus Bundes- und Landesmitteln (in Berlin ausgezahlt durch die IBB) ist in der Gewinnermittlung als Betriebseinnahme zu erfassen. Bei der Steuerveranlagung für die Einkommen- oder Körperschaftsteuer wird dieser Zuschuss gewinnwirksam berücksichtigt. Dies wirkt sich erst dann aus, wenn die Steuererklärung für 2020 eingereicht werden muss, also frühestens im nächsten Jahr. Nur wenn im Jahr 2020 ein positiver Gewinn erwirtschaftet wurde, wird auf den Zuschuss der individuelle Steuersatz fällig.

 


 

Soforthilfe IV (Antragsstellungszeitraum 11. bis 15.5.2020)

  • Was ist die Soforthilfe IV und an wen richtet sie sich?
    • Die Soforthilfe IV richtet sich an von der Corona-Krise betroffene Kultur- und Medienunternehmen mit i.d.R. über 10 Beschäftigten. Diese Unternehmen können Zuschüsse bis zu 25.000 EUR zur Überwindung einer existenzbedrohenden Wirtschaftslage beantragen. In begründeten Ausnahmefällen können sogar bis zu 500.000 EUR beantragt werden. Alle weiteren Infos findest du hier.

  • Wie beraten wir, das Beratungszentrum für Kulturförderung und Kreativwirtschaft (Kreativ Kultur Berlin), zur Soforthilfe IV?
    • Wir sind Partner der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der IBB und unterstützen den Informations- und Beratungsprozess. Wir stehen für Fragen, die über den FAQ-Katalog hinausgehen, über das Kontaktformular der IBB zur Verfügung. Auf der einen Seite beantworten wir dir dazu Fragen zur Antragstellung. Auf der anderen Seite sammeln wir Fragen, die in den FAQ der IBB noch fehlen und leiten sie dann zur fachgerechten Beantwortung weiter - damit sie in die FAQ der IBB mit aufgenommen werden können. Außerdem informieren wir die einzelnen Branchen und Sparten der Kultur- und Kreativwirtschaft über unsere Netzwerke. 

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