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Juliane Schulze: „Wir legen hier das Fundament“

Juliane Schulze: „Wir legen hier das Fundament“

Unser Programm „Invest in Creativity - Investors Lab“ geht in die dritte Runde. Das Ziel: Kreativunternehmen mit Investoren zusammenzubringen. Wir stellen an dieser Stelle Beteiligte in Kurzinterviews vor. In Teil 1 spricht Juliane Schulze von MEDIA DEALS.

Read the English version below. 

 

Kreativwirtschaftsberatung: Hallo Juliane, du unterstützt von Anfang an als Workshopleiterin unser Programm „Invest in Creativity – Investors Lab Berlin“. Stell dich doch einmal vor: Wer bist du? Was machst du?

Juliane Schulze:Ich bin Julian Schulze, Vorstandsmitglied von MEDIA DEALS, einem pan-europäischen Investorennetzwerk und einer Beratungsgesellschaft, die an der Schnittstelle von Kapitalgebern und Kreativwirtschaft agiert. Wir bringen Investoren mit Kreativwirtschaftsunternehmen zusammen und bereiten beide Parteien durch Studien, Workshops und Investmentforen auf dieses Aufeinandertreffen vor. Über die Jahre habe ich immer wieder bemerkt, wie unüberbrückbar der Graben zwischen den sogenannten Kreativen und den Kapitalgebern scheint. So werden Incubation- und Acceleration-Programme, die in der Welt der Technologiestartups längst unersetzlich sind und Firmen intensiv auf Investitionsanbahnungen vorbereiten, zum Beispiel für Gründer*innen in der Kreativwirtschaft kaum angeboten. Seit 2000 arbeite ich darum mit Unternehmen aus der Kreativwirtschaft an Finanzierungsstrategien und Geschäftsmodellen mit dem Ziel, Gründer*innen dabei zu helfen, ihre Investitionsbereitschaft zu entwickeln. 

Kreativwirtschaftsberatung:Was sind deiner Meinung nach die größten Hürden, denen Kreativunternehmen gegenüber stehen, wenn sie auf der Suche nach Privatkapital sind?

Juliane Schulze:Die erste Frage stellt bereits eine immense Herausforderung dar. Denn es geht darum: Welches Geld gibt es überhaupt ‚da draußen‘ für mein Unternehmen? Investor*innen bieten ja ganz unterschiedliche Formen von Kapital an, die jeweils mit anderen Erwartungen an Beteiligungsformen und Renditen verknüpft sind. Wenn ich aber die ‚richtige‘ Investitionsform identifiziert habe, geht es um die Frage, wie ich mein Unternehmen präsentieren soll, was Investor*innen wissen und verstehen müssen, bevor sie mein potenzielles Investitionsangebot in Erwägung ziehen. Und was heißt überhaupt Investition? Wer spielt in diesem Prozess welche Rolle und wie kann ich meine unternehmerische Identität bewahren? Wie kann ich aber auch meine Interessen schützen? 


Kreativwirtschaftsberatung:Wo siehst du Chancen aber auch Risiken, wenn Kreativunternehmen Investor*innen für ihr Unternehmen suchen?

Juliane Schulze:Wir können seit einigen Jahren beobachten, dass sich die meisten Industrien und viele Kreativwirtschaftsbereiche erfolgreich horizontal durchdringen, wobei sich Technologien, Kreativität und Unternehmertum ganz selbstverständlich zu innovativen Lösungen verbinden. Das stellt sowohl für die Kreativunternehmen als auch für die Investoren eine große Chance dar, da neue Erfolgsgeschichten zu schreiben und unentdeckte Investitionspotenziale zu entdecken sind Ein häufiges frühes Missverständnis beruht z.B. darauf, dass Kreativunternehmen nicht immer klar ist, dass durch eine Beteiligung von Kapitalinvestoren diese Teilhaber ihres Unternehmens werden. Das heißt, die Investoren wollen ihre Anteile nach ein paar Jahren auch wieder verkaufen, um neue Investitionen tätigen zu können. Darauf müssen sich Kreativunternehmen einstellen. Ein zusätzliches Risiko besteht zudem darin, den Investitionsbedarf falsch einzuschätzen und am Ende zu viele Firmenanteile für zu wenig Kapital abgegeben zu haben. Diese und ähnliche Fragen klären wir natürlich im Investors Lab Berlin.


Kreativwirtschaftsberatung:Was können die Teilnehmer*innen von unserem Programm „Invest in Creativity – Investors Lab Berlin“ erwarten?

Juliane Schulze:
Das Lab unterstützt Teilnehmer*innen darin, ihr Geschäftsmodell zu überprüfen, ihre Strategien zu verbessern, um das für sie richtige Kapital zu identifizieren. Kreativunternehmen lernen zudem, das Denken von Investor*innen zu verstehen. In ePitches, worüber die Akteur*innen online über entsprechende Plattformen pitchen lernen, üben sie sich zu präsentieren und pitchen schlussendlich live vor einem internationalen Investor*innenpanel. Die potenziellen Kapitalgeber*innen stellen daraufhin Fragen und geben detailliertes Feedback, im anschließenden Networking werden die Fragen vertieft. Das Feedback und die im gesamten Programm gesammelten Lernerfahrungen sind enorm wichtig, denn sie sind die Grundlage für die Abschlussrunde, in der wir die nächsten Schritte besprechen und für jedes einzelne teilnehmende Unternehmen individuelle Roadmaps entwickeln. Dafür haben wir sieben Wochen Zeit. Das ist nicht viel, aber wir können hier entscheidendes voranbringen. Wir werden eine effektive Toolbox zur Realisierung der Vorhaben zusammenstellen und zugleich das Fundament für ein Investor*innennetzwerk legen, das wir im Anschluss ausbauen.
 


"We start to build up the foundation for an investors network " 

 

Our "Invest in Creativity - Investors Lab" programme is entering its third round. The aim is to bring creative entrepreneurs together with investors. At this point we introduce participants of the lab in short interviews. In part 1 Juliane Schulze talks about MEDIA DEALS.

 

Kreativwirtschaftsberatung:Hello Juliane, you have been supporting our programme "Invest in Creativity - Investors Lab Berlin" from the beginning as a workshop leader. Present yourself: Who are you? What are you doing?

Juliane Schulze:I am Julian Schulze, board member of MEDIA DEALS, a pan-European investor network and a consultancy operating at the interface between investors and the creative industries. We bring investors together with creative industry companies and prepare both parties for this meeting through studies, workshops and investment forums. Over the years, I have repeatedly noticed how unbridgeable the gap seems to be between the so-called creative and the investors. Incubation and acceleration programmes, for example, which have long been irreplaceable in the world of technology startups and intensively prepare companies for investment initiations, are hardly offered to founders in the creative industries. Since 2000 I have therefore been working with companies from the creative industries on financing strategies and business models with the aim of helping founders to develop their willingness to invest. 

Kreativwirtschaftsberatung:What do you think are the biggest hurdles that creative entrepreneurs face when they are looking for private capital?

Juliane Schulze:The first question is already an immense challenge. Because the question is: What money is there 'out there' for my company at all? Investors offer very different forms of capital, each of which is linked to different expectations of forms of participation and returns. Once I have identified the 'right' form of investment, however, the question is how to present my company, what investors need to know and understand before they consider my potential investment offer. And what does investment actually mean? Who plays what role in this process and how can I maintain my entrepreneurial identity? However how can I also protect my entrepreneurial interests? 

Kreativwirtschaftsberatung:Where do you see opportunities but also risks when creative companies are looking for investors for their company? 

Juliane Schulze:For some years now, we have been able to observe that most industries and many creative industries have successfully penetrated each other horizontally, with technologies, creativity and entrepreneurship naturally combining to create innovative solutions. This represents a great opportunity for creative entrepreneurs as well as for investors, as new success stories can be written and undiscovered investment potential can be discovered. A frequent early misunderstanding is, for example, that creative entrepreneurs are not always aware that the participation of capital investors makes these to shareholders of their company. This means that investors want to sell their shares again after a few years in order to be able to make new investments. Creative entrepreneurs have to adapt to this. An additional risk is to misjudge the need for investment and end up selling too many shares for too little capital. These and similar questions are, of course, answered in the Investors Lab Berlin.

Kreativwirtschaftsberatung:What can participants expect from our "Invest in Creativity - Investors Lab Berlin" programme? 

Juliane Schulze:The lab supports participants in reviewing their business models and improving their strategies in order to identify the right capital for their companies. Creative entrepreneurs also learn to understand investor thinking. In ePitches, where the participants learn how to pitch online via appropriate platforms, they practice how to present themselves and finally pitch live in front of an international investor panel. The potential investors then ask questions and give detailed feedback after every single pitch of the creative entrepreneurs, followed by networking to deepen the questions. The feedback and learning experiences gained throughout the programme are extremely important because they form the basis for the final round in which we discuss the next steps and develop individual roadmaps for each participating company. We have seven weeks to do this. That's not much, but we can make decisive progress here. We will put together an effective toolbox for implementing the projects and at the same time we start to build up the foundation for an investors network, which we will subsequently expand.

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