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Open Call Ausstellung Scheitern

Beschreibung

SCHEITERN

Pseudo-psychologische Ratgeber und neoliberal geprägte Marketing-Bücher überzeugen uns stetig, dass wir erstmal richtig scheitern müssen, um Erfolg zu erlangen. Doch in unserer von Konkurrenz und Leistung geprägten Gesellschaft versagen nur die Schwachen. Loser, Opfer, Null – gehören zu den breit genutzten Beschimpfungen. Dies führt zu einem schizophrenen Geisteszustand, in dem nur über das Scheitern geredet wird, wenn man sich in Zeiten des Erfolgs damit profilieren kann. Fanatisch glänzen wir mit unseren scheinbaren Erfolgen in oberflächigen Small-Talks. Gleichzeitig leiden wir (jede fünfte Person in Deutschland) unter Depressionen, da wir uns unter Druck gesetzt fühlen und es einfach nicht mehr schaffen, die Vorstellungen und Wünsche von anderen zu erfüllen.

Doch nicht nur in der Schule oder später im Beruf wird ein perfektes Auftreten und Erfolg von uns erwartet. Jeden Tag scheitern wir an den “Beauty Hacks”, die uns in sozialen Netzwerken überfluten. Schon wieder erinnert uns die “Self-Improvement” App, dass wir unser tägliches Trainingspensum noch nicht erreicht haben. Doch was macht das mit uns, andauernd den hochgesteckten Erwartungen, wie wir richtig zu leben und auszusehen haben, nicht gerecht zu werden?

Laut der psychologischen Forschung von Sascha Schubert hat Deutschland die zweitschlechteste Fehlerkultur der Welt. Die größten Chancen auf Erfolg haben die bereits Erfolgreichen. Menschen, die stetig scheitern, sind in der Leistungsgesellschaft an die Ränder gerutscht. Die soziale und politische Isolation führt oft zu extremistischen Tendenzen. Die Isolation bzw. Vermeidung des Scheiterns und der Gescheiterten bildet in diesem Sinne nicht nur eine private, sondern auch eine politische und soziale Angelegenheit.

In unserer nächsten Ausstellung wollen wir die Fehlerkultur untersuchen. Bedroht das Scheitern unseren Selbstwert? Bringt das Scheitern uns weiter? Muss es das? Die enge Definition des Scheiterns aufzubrechen wird Aufgabe, vielleicht Utopie, unserer Ausstellung sein. So wagen wir den Blick auf individuelle Konzepte des Misserfolgs. Die Arbeiten aller Gattungen (sehr gerne auch diese gescheiterten, unvollendeten, nie realisierten und/oder zerstörten) sind willkommen.

Bitte schickt eure Bewerbung mit dem Betreff "Scheitern" inklusive Konzeptentwurf (max. 250 Wörter) Lebenslauf/künstlerischem Werdegang, Portfolio und Link zu eurer Homepage in Form eines zusammenhängenden PDFs (nicht größer als 10 MB oder über Dropbox/WeTransfer) bis zum 10.05.2019 per Mail an: hello@artburstberlin.de.

English Version:

FAIL

Pseudo-psychological guidebooks and neoliberal marketing books convince us steadily that we have to fail properly first in order to achieve success. But in our meritocratic and competitive society only the weak fail. Loser, Idiot, noob - are examples among the widely used verbal abuse. This leads to a schizophrenic state of mind, in which people only talk about failure if they can distinguish themselves with it in times of success. Fanatically we shine with our apparent success in superficial small-talk. At the same time we (one in five people in Germany) suffer from depression, because we feel under pressure and simply can't fulfill the ideas and wishes of others anymore.

But not only at school or later in the job, are perfect appearance and successes expected of us. Every day we fail at the "beauty hacks" that flood us on social media. Once again the self-improvement app reminds us that we haven't reached our daily training goal yet. But what does it do to us if we are continuously unable to meet the high expectations of how to live and look right?

According to the psychological research by Sascha Schubert, Germany has the second worst “error culture”in the world. The greatest chances of success have those who are already successful. People who fail constantly have slipped to the fringes of the meritocracy. Social and political isolation often leads to extremist tendencies. The isolation or avoidance of failure and those who failed is in this sense not only a private matter, but also a political and social one.

In our next exhibition we want to examine this error culture. Does failure threaten our self-esteem? Does failure take us further? Does it have to? Breaking the narrow definition of failure will be the task, perhaps utopia, of our exhibition. So we dare to look at individual concepts of failure. The works of all genres (especially the failed, unfinished, never realized and / or destroyed ones) are welcome.

Please send your application via email with the subject "Scheitern", including a concept (max. 250 words) CV/artistic background, portfolio and a link to your homepage in one PDF document (no more than 10 MB or via Dropbox/WeTransfer) until May 10, 2019 to: hello@artburstberlin.de.

Kontakt

artburst berlin e.V.
artburst berlin
Berlin

E-Mail: hello@artburstberlin.de

Kategorien

Bildende Kunst, Musik, Tanz & Theater

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