Constanza Macras | DorkyPark

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HERE/AFTER

Agoraphobie, Platzangst, bezeichnet die Angst vor bestimmten, vor allem vor öffentlichen und weiten Plätzen sowie Menschenansammlungen. In der westlichen Welt ist Agoraphobie tatsächlich die meist diagnostizierte Phobie. Sie löst Panikattacken aus, in vielen Fällen kann die eigene Wohnung nicht mehr verlassen werden. Obwohl die Medizin sie tendenziell als einen psychologischen, ja sogar physiologischen Defekt des Individuums betrachtet, richten sich einige kritische Studien an die Notwendigkeit, die Gründe dieser Krankheit in der Natur und in den Eigenschaften des Raumes selbst zu suchen – also die Stadt als eine wahrscheinliche Ursache zu analysieren.

In HERE / AFTER begibt sich Constanza Macras mit vier Performern und einem Musiker auf die Spurensuche dieses Krankheitsbildes mit all seinen Ausprägungen wie Hyperventilation, Panikattacken, Schwindel und Desorientierung. Stellt das alltägliche Leben in der Großstadt eine Art Bedrohung für den Menschen dar? Sind Panikattacken in einer Shopping Mall nicht eine natürliche menschliche Abwehr und warum müssen diese therapiert werden? Das Stück untersucht das Verhältnis von Anonymität und Vereinsamung, von Individuum und urbanem Leben, von öffentlichen Räumen und seinen pathologischen Manifestationen. Wir sehen Appartements beklemmender Enge, begegnen zwei Frauen, die zusammenleben und sich gegenseitig mit allen möglichen Ausreden gegenseitig überzeugen, ihre Wohnung nicht mehr verlassen zu müssen, einen einsamen Musiker, dessen einziger Traum, Rockstar zu werden, darin endet, dass er vor Menschenansammlungen furchtbare Angst hat, einen Ausländer, der nie spricht und einen Lieferanten, der das einzige Verbindungsglied zwischen diesen Menschen und dem gefürchteten „Draußen“ ist. Denn noch nie war es so einfach, „bei sich“ zu sein in einer Gesellschaft, die mit scheinbar endlosen Möglichkeiten der Kommunikation über Internet, Chatrooms und Lieferservices eine Konfrontation mit dem „Außen“ vermeidbar macht. Und überhaupt: was gibt es da draußen, das man unbedingt live erleben müsste?

Eine Produktion von CONSTANZA MACRAS | DorkyPark und Hebbel am Ufer Berlin. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und den Regierenden Bürgermeister Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Foto: (c) Thomas Aurin

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