"Nachgefragt" bei Alexander Meurer: "Unser Ansatz hat einfach funktioniert"

"Nachgefragt" bei Alexander Meurer: "Unser Ansatz hat einfach funktioniert"

Was machen Künstler*innen und Kulturschaffende, nachdem sie bei uns in der Beratung waren? Im zweiten Teil unserer Reihe "Nachgefragt" sprechen wir mit Alexander Meurer vom Musik-Label und der Plattform „bohemian drips“, der vom 15. bis 17. Juni gerade das „Speicher“-Festival organisiert.

 

Kulturförderpunkt Berlin: Hallo Alexander, stell‘ dich doch bitte mal kurz vor.

Alexander: Hallo, ich bin Alexander Meurer, 29, Musiker und Mitbetreiber von „bohemian drips“, einem Musik-Label und einer genreübergreifenden Plattform für experimentelle Musik. „bohemian drips“ habe ich 2011 mit meinem Partner und Freund Fillipp Vingerhoets ins Leben gerufen. Seitdem erarbeiten wir gemeinsam mit unterschiedlichen Musikerinnen und Musikern raumspezifische Kompositionen, die wir als Tonträger veröffentlichen und seit 2017 auch im Rahmen des „Speicher“-Festivals für Besucher zugänglich machen.
 

Alexander Meurer in Aktion. Foto: Meurer 


Kulturförderpunkt Berlin: Du warst im letzten Jahr bei uns in der Beratung. Mit welchen Fragen bist du damals gekommen und wie konnten wir dir helfen?

Alexander: Unser Ziel war es, ein Festival im Wasserspeicher zu organisieren und wir waren auf der Suche nach Finanzierungswegen. Benjamin Krauth, einer der damaligen Mitorganisatoren, ist dann auf das Angebot des Kulturförderpunkts aufmerksam geworden. Wir buchten den Termin und bekamen das Beratungsgespräch. Im Grunde haben wir durch das Gespräch gelernt, erst mal die richtigen Fragen zu stellen: Auf was kommt es beim Antrag an? Auf was achten die Fördergeber? Zudem wurden wir auf gute Förderangebote aufmerksam, die zu unserem Projekt passten und wir erhielten eine Reihe guter Tipps zur Antragsstellung. Am Ende hat’s geklappt: Wir sind im Anschluss über das Kulturförderprogramm vom Bezirksamt Pankow gefördert worden. Ich bin sehr froh darüber, dass wir dieses individuelle und zielgerichtete Beratungsangebot in Anspruch nehmen durften.
 

Im Grunde haben wir durch das Gespräch gelernt, erst mal die richtigen Fragen zu stellen: Auf was kommt es beim Antrag an? Auf was achten die Fördergeber? 

Kulturförderpunkt Berlin: Wie ging es weiter? Wie habt ihr das Festival konkret umgesetzt? 

Alexander: Das erste „Speicher“-Festival war eine großartige Erfahrung. Wir hatten nicht viel Geld  für ein Projekt in dieser Größenordnung, aber das Tolle war, dass unser Ansatz einfach funktioniert hat: Auf dem Speicher-Festival entwickeln wir Raum-Klang-Kompositionen zusammen mit Künstlern und Musikern aus den unterschiedlichsten Bereichen. Unser Publikum ist sehr heterogen. Das erste Festival im letzten Jahr war ruck-zuck ausverkauft. Das Feedback war beeindruckend. Darum planen wir gerade das zweite: Es wird vom 15. bis zum 17. Juni in den Speichern stattfinden. Auch das haben wir durch eine Förderung finanziert, durch den Musikfonds e.V., um genau zu sein. Aufgrund des ersten Antrags hatten wir bereits eine handfeste Referenz vorzuweisen, weil wir das Festival erfolgreich durchgeführt hatten. Und wir hatten einen wasserdichten Finanzplan, ein knapp formuliertes, schlüssiges Konzept und wussten über die Förderrichtlinien gut Bescheid. Diese Zielgerichtetheit war letztlich ausschlaggebend.  
 

 

 

Kulturförderpunkt Berlin: Wenn du anderen Künstlern und Kulturschaffenden einen Tipp geben würdest, die ihr Projekt finanzieren lassen wollen: Was gilt es zu beachten? 

Alexander: Ihr müsst euer Projekt in seinen Grundzügen auf ein bis zwei Seiten schlüssig darlegen können. Und man sollte sich dafür ganz konkrete Fragen stellen: Was sind die Ziele meines Projekts? Wie und mit welchen Mitteln will ich sie erreichen? Wie entspreche ich aber auch den jeweiligen Förderrichtlinien? Man braucht natürlich auch einen einigermaßen wasserdichten Finanzplan. Wenn der keinen Sinn macht, hilft selbst das beste Konzept nichts. Was auch sinnvoll ist: sich vor dem Einreichen bei der jeweiligen Förderstelle erkundigen, auf welche formalen Kriterien besonders geachtet wird. 

Ihr müsst euer Projekt in seinen Grundzügen auf ein bis zwei Seiten schlüssig darlegen können

Kulturförderpunkt Berlin:Alexander, wo willst du in Zukunft noch hin?

Alexander: Neben eigenen Musikprojekten, die wir alle privat verfolgen, veröffentlichen wir mit „bohemian drips“ weiterhin Tonträger, wir veranstalten Konzerte und planen gerade noch mehr internationale Projekte. Im Grunde setzen wir damit das um, was uns als Kollektiv Spaß macht und woran wir wirklich glauben. Wichtig ist uns, dass es auf der persönlichen Ebene funktioniert, und das tut es. 

Stichworte: Nachgefragt
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