PAP- Performing Arts Programm Berlin

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Drama Panorama

Drama Panorama
Foto: © Robert Martin, Thea Rasche

Drama Panorama ist ein gemeinnütziger Verein und Forum zur Vernetzung von Theaterübersetzern und Theaterautoren mit dem praktischen Theaterbetrieb. Wir begleiten Barbora Schnelle und Henning Bochert von Drama Panorama in diesem Jahr zum "Malá inventura international festival of new theatre" in Prag, wo sie Teil der Berlin-Delegation sind. Wir stellen die beiden kurz vor.


CCB Magazin: Hallo Barbora Schnelle und Henning Bochert. Beschreibt mal bitte eure Arbeit. Was genau macht ihr? Was ist euer künstlerischer Background?

Barbora Schnelle: Wir sind ein Team von internationalen Übersetzer*innen und Autor*innen und organisieren Veranstaltungen, die sich um das Gegenwartsdrama und die Vermittlung internationaler Gastspiele drehen. Ich habe Drama Panorama 2009 gegründet, um mehr Austausch auf dem Gebiet der Dramenübersetzung zu ermöglichen. Heute arbeiten bei uns mehrere Teams an unterschiedlichen Projekten mit. Wir haben beim Neofelis Verlag Berlin außerdem die Reihe Drama Panorama gegründet, in der wir ausschließlich internationale Gegenwartsdramatik veröffentlichen. Ich selbst bin tschechische Theaterwissenschaftlerin und Übersetzerin, habe zu Elfriede Jelinek geforscht und viele ihrer Dramen ins Tschechische übersetzt. Ich lebe seit Jahren in Berlin und habe im Rahmen von Drama Panorama e. V. 2014 das Festival des tschechischen Gegenwartstheaters in Berlin Ein Stück: Tschechien ins Leben gerufen.

Henning Bochert:Ich arbeite als Autor, Dramaturg, Produzent und Theaterübersetzer. Meine Erfahrung als Schauspieler hilft mir dabei, die zu übersetzende Sprache in Theaterstücken und Filmen plastisch zu gestalten. Im Verein entwickeln wir gemeinsam Produktionen, Lehrveranstaltungen und Konzepte zu Sprachmittlung im Theater.

© Henning Bochert, Naemi Schmidt-Lauber

CCB Magazin: Ihr seid in diesem Jahr Teil der Berlin-Prag-Delegation für das „Malá inventura international festival of new theatre“ in Prag. Was versprecht ihr euch von diesem Austausch? Worin besteht der Mehrwert einer solchen Reise? 

Henning Bochert:Wir sind über unser Festival Ein Stück: Tschechien schon Teil des Theateraustauschs zwischen Tschechien und Deutschland. Ich werde in Prag die Gelegenheit nutzen, Theatermacher*innen und ihre Arbeit kennenzulernen, die an einem deutsch-tschechischen Austausch interessiert sind.

Barbora Schnelle: Als Festivalkuratorin bin ich natürlich sehr an neuen Theaterproduktionen aus Tschechien interessiert. In diesem Jahr liegt der Fokus unseres Festivals auf der Prager Freien Szene, im Theater Ballhaus Ost in Berlin präsentieren wir am 5. und 7. Juni zwei Gastspiele der Gruppen Lachende Bestien und Depressive Kinder langen nach Geld. Im Rahmen eines Begleitprogramms wollen wir mit unseren Gästen auch über die Arbeitsbedingungen in der Freien Szene in Prag und Berlin diskutieren.    

Berlin ist eine Drehscheibe des internationalen Theaters, steht für Mehrsprachigkeit auf der Bühne und ist oft Programm.  Und ich freue mich darauf, in den nächsten Tagen in Prag tiefer in die dortige Szene eindringen zu können


CCB Magazin:Was wisst ihr über Prag und die dortige Kunst- und Kulturszene? Was wollt ihr kennenlernen?

Barbora Schnelle: Ich kenne die Theaterszene gut, da ich mich seit Jahren zwischen Prag und Berlin bewege. Es gibt dort eine sehr lebendige und spannende Theaterszene und immer viel zu entdecken.

Henning Bochert:Private und künstlerische Besuche in Prag haben mir bisher nur winzige Ausschnitte aus der Szene vermittelt, ich freue mich darauf, in diesen Tagen tiefer eindringen zu können. Das können auch Verbindungen über die unmittelbaren Interessen unseres Festivals hinaus sein.

CCB Magazin: Berlins Tanz- und Theaterszene ist geprägt von der Freien Szene, von den Off-Theatern und der Nischen-Vielfalt. Wenn ihr jemandem in Prag Berlin als Standort für die Darstellenden Künste näher bringen müsstest, was würdet ihr erzählen?

Henning Bochert: Ich würde erzählen, dass die letzten 20 Jahre sehr viel gebracht haben, um die Trennung von „städtisch/staatlich“ und „frei“ zu überwinden. Dann würde ich auf die breite Förder- und Organisationsstruktur in Berlin verweisen, z. B. über PAP, LAFT und BUFT, Drama Panorama oder auch Pralin, was diesen Austausch ja erst ermöglicht hat.

Barbora Schnelle: Genau. Berlin hat eine sehr vielschichtige und aufregende Freie Szene, in der viele Genres und performative Formate koexistieren. Die Stadt ist eine Drehscheibe des internationalen Theaters, Mehrsprachigkeit auf der Bühne ist oft Programm. Das geht bis in die Förderprogramme hinein, die zunehmend international ausgerichtet sind. Sehr inspirativ finde ich die vielen Projekte mit Werkstattcharakter, bei denen man grenzüberschreitend arbeiten kann.

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