Heute Berlin, morgen der Mars

Heute Berlin, morgen der Mars
Photo: © TIMETRAVEL.BERLIN

TIMETRAVEL.BERLIN (TTB) will Zeitreisen über VR-Simulationen möglich machen: Der virtuelle Bus fährt durchs Brandenburger Tor, der Prachtboulevard Unter den Linden und die Friedrichstraße werden zur immersiven Selbsterfahrung. In diesem Jahr ist TTB Teil des „Invest in Creativity - Investors Lab“. In Teil 3 unserer Reihe fragen wir: Welche Idee steckt dahinter? Wie sieht das TTB-Geschäftsmodell aus? Und warum sollten Investoren in das Unternehmen investieren?
 

Kreativwirtschaftsberatung: Hallo, stellt euch erst mal vor: Wer seid ihr, was macht ihr, warum sollte man euch kennen?

TIMETRAVEL.BERLIN: Hallo, wir sind TIMETRAVEL.BERLIN (TTB). Wir kreieren, betreiben und lizenzieren historisch authentische und mitreißende VR-Zeitreisen – sowohl vor Ort als auch mobil und online. Wir machen Zeitreisen möglich! Gemeinsam ist allen TTB-Experiences, dass sie ein Höchstmaß an Authentizität, Immersion, überzeugender Unterhaltung und profunder Wissensvermittlung in sich vereinen. Zurzeit arbeiten wir zum Beispiel an 1928.BERLIN: 1928.BERLIN haucht der europäischen Metropole der 1920er Jahre neues Leben ein. Die VR-Simulation zeigt das Berlin der Zwischenkriegszeit und erzählt zahlreiche Geschichten und Anekdoten. Denn in den 1920er Jahren war Berlin in jeder Hinsicht von extremen Gegensätzen geprägt: Reichtum und Elend lagen oft nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Protz und Prunk der prachtvollen Architekturen an den großen Boulevards und eine Straße weiter: schäbige Hinterhöfe ohne Sonnenlicht. Um Almosen bettelnde Kriegsversehrte vor schillernden Varieté- und Lichtspieltheatern. Solche Geschichten machen wir immersiv und technologisch erfahrbar. Aktuell bilden zehn Mitglieder unser Kernteam. 

Wir kreieren, unterhalten und lizenzieren historisch authentische und mitreißende VR-Zeitreisen – sowohl vor Ort als auch mobil und online

Kreativwirtschaftsberatung:Und wie kann man sich so eine Erlebnisreise genau vorstellen? 

TIMETRAVEL.BERLIN:Ganz unterschiedlich. Bei 1928.BERLIN gibt es zum Beispiel verschiedene Phasen. In Phase 1 fährt man mit dem virtuellen Bus durchs Brandenburger Tor. Hier lebten und arbeiteten weltberühmte Künstler wie Max Liebermann, im nahegelegenen Offizierskasino und in den opulenten Privat-Residenzen traf sich die feine Gesellschaft. Damals wie heute zählt neben dem Hotel Adlon und der britischen sowie der amerikanischen Botschaft auch die Akademie der Künste zu den Anrainern. Auch der Prachtboulevard Unter den Linden und die Friedrichstraße, heute zwei wichtige „Must sees“ für alle Berlin-Besucher, galten bereits vor rund 100 Jahren als erste Adressen. In den anderen Phasen kommen andere Orte zum Vorschein. Bei uns fließt die Expertise aus Architektur- und Stadtgeschichte, Produktion, Game-, Level- und Character-Design über Storytelling bis hin zu Event- und Location-Management zusammen. Es ist eine Erlebnisreise der besonderen Art. 


Kreativwirtschaftsberatung:Ihr habt euch in diesem Jahr auf das Investors Lab beworben. Warum sollten Investoren in ein Unternehmen wie eures investieren? Und was versprecht ihr euch von einer möglichen Investition in euer Unternehmen? 

TIMETRAVEL.BERLIN:Zunächst einmal war es eine gute Gelegenheit, unseren Pitch zu schärfen – der externe Blick hilft immer neue Perspektiven einzunehmen. Juliane Schulze,  Workshopleiterin des Trainingsprogramms, hat einen großartigen Einblick in die Szene und stellt die absolut richtigen Fragen. Das Lab bietet hierzu die Möglichkeit, in Ruhe den anstehenden Pitch zu fokussieren. Außerdem ist es die Gelegenheit, Angel-Investoren kennenzulernen, weil wir noch nicht vollständig finanziert sind. Und Investoren sollten in uns investieren, weil wir einen Menschheitstraum verwirklichen: Jeder will durch die Zeit reisen. Wir denken, dass in diesem Feld ein riesiges Potenzial steckt. Wir nennen das Tourismus in 4 Dimensionen.

Investoren sollten in uns investieren, weil wir einen Menschheitstraum verwirklichen. Jeder will durch die Zeit reisen. Wir denken, dass in diesem Feld ein riesiges Potenzial steckt. Wir nennen das Tourismus in 4 Dimensionen

Kreativwirtschaftsberatung:Welche Schritte wollt ihr dadurch im Anschluss gehen?

TIMETRAVEL.BERLIN:Unsere Ziele sind groß – allerdings werden wir den Markt schrittweise aufrollen. Pro Halbejahr wollen wir eine neue Experience in einer neuen Stadt entwickeln und zum Vorschein bringen. Das bei den Angels eingeworbene Kapital soll im Anschluss in die Fertigstellung unseres MVP gesteckt werden. 

Kreativwirtschaftsberatung:Wie baut man ein Business wie eures auf? Welche Hürden gilt es zu meistern? Was gilt es zu bedenken? 

TIMETRAVEL.BERLIN:Man darf den Fokus nicht verlieren, und ganz wichtig: Man darf sich nicht entmutigen lassen, auch nach der 15ten Absage nicht. Und man braucht Gleichgesinnte: Wahnsinnige, die sich auf so einen steinigen, langen, mühsamen Weg mit einem einlassen. Menschen, die die gleiche Leidenschaft teilen, die mit einem das Unmögliche möglich machen. Geld, Moos, Knete, Mäuse, Schotter und Kies – darum geht es im Anschluss. 

Kreativwirtschaftsberatung:Welche Finanzierungsstrategie verfolgt ihr bisher oder welche Finanzierungwege habt ihr zum Aufbau eures Business bislang genutzt?

TIMETRAVEL.BERLIN:Eine ganze Menge: Pitches, Acceleratoren, Angel-Investoren und wir wurden vom Medienboard Berlin-Brandenburg unterstützt, die uns im dritten Anlauf endlich eine Förderung gegeben haben.

Kreativwirtschaftsberatung:Was erhofft ihr euch vom diesjährigen Investors Lab?

TIMETRAVEL.BERLIN:Vernetzung, Kondensierung des Investoren-Pitches, im Anschluss Geld, Moos, Knete, Mäuse, Schotter und Kies. Wir wollen endlich produktiv an unserem Traumprojekt arbeiten.

Kreativwirtschaftsberatung:Na das klingt ja prima. Wo und wie seht ihr eure Zukunft?

TIMETRAVEL.BERLIN:Nun, Zeitreisen sind eine universelle Idee, wir würden gern in nicht allzu ferner Zukunft die virtuelle TUI der vierten Dimension sein. Heute Berlin der 20er, morgen Pompei oder der Mars. Das wär’s. 


 

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